Jugendliche
Balance zwischen Fürsorge und Autonomiebestreben
Der Lebensabschnitt „Jugend“ ist aufregend und von Veränderungen geprägt
„Das Fieber der Jugend hält den Rest der Welt auf Normaltemperatur“, formulierte der Schriftsteller Georges Bernanos. In der Tat ist der Lebensabschnitt „Jugend“ aufregend und von vielen Veränderungen geprägt. Die Pubertät bringt für Jugendliche große innerliche und äußere Veränderungen mit sich: Nicht nur körperliches Wachstum, sondern auch das Auseinandersetzen mit ständig wechselnden Gefühlen. Die Pubertät, das Ende der Schulzeit, der Beginn der Berufsausbildung, die Abnabelung vom Elternhaus und zuletzt die Identitätsfindung machen die Jugendzeit aus.
Für Jugendliche und Eltern ist die Zeit des Erwachsenwerdens eine besondere Lebenssituation, in der die Balance zwischen Fürsorge und Autonomiebestreben ständig neu austariert werden muss. Jugend braucht Chancen. Familien mit Jugendlichen brauchen viele Ideen, Informationen und Wege, um den passenden zu finden und zu nutzen.
Nach deutschem Recht ist ein Kind „wer noch nicht 14 Jahre alt ist“. Jugendlicher, wer vierzehn aber noch nicht achtzehn Jahre alt ist. Die Personengruppe der jungen Volljährigen („wer 18, aber noch nicht 27 Jahre alt ist“). Heranwachsender ist nach dem Jugendgerichtsgesetz jede Person, die das 18. Lebensjahr, aber noch nicht das 21. Lebensjahr vollendet hat. Die UN-Konvention für die Rechte der Kinder gilt ungeachtet des Wortes „Kind“ auch für Jugendliche: „Im Sinne dieses Übereinkommens ist ein Kind jeder Mensch, der das achtzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet hat, soweit die Volljährigkeit nach dem auf das Kind anzuwendenden Recht nicht früher eintritt.“
Die UN-Generalversammlung definiert Personen, die älter als 15 Jahre und jünger als 25 Jahre alt sind, als Jugendliche. Alle Statistiken der UNO über Jugendliche basieren auf dieser Definition. Laut aktuellen Schätzungen sind 18 Prozent (oder eine Milliarde Menschen) der Weltbevölkerung Jugendliche, wovon 85 Prozent in Entwicklungsländern leben.